SmartENT: Partner aus Polen, Sachsen und Tschechien entwickeln gemeinsam die grenzüberschreitende Mobilität und das EURO-NEISSE-Ticket+ weiter

SmartENT: Partner aus Polen, Sachsen und Tschechien entwickeln gemeinsam die grenzüberschreitende Mobilität und das EURO-NEISSE-Ticket+ weiter

18.09.2026

Die Weiterentwicklung eines integrierten Angebots im öffentlichen Personennahverkehr und die Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität sind die Hauptziele des Projekts smartENT. Am 15. und 16. September fanden in Görlitz internationale Fachworkshops zu dieser Initiative statt, die im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg Polen–Sachsen 2021–2027 kofinanziert wird.

Mobilität im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck

Grenzübergreifende Mobilität spielt eine wichtige Rolle für die europäische Integration und die sozioökonomische Entwicklung von Grenzregionen. Trotz zahlreicher Erfolge stoßen Einwohner und Reisende weiterhin auf Hindernisse, die mit der Organisation des Verkehrs, unterschiedlichen Tarifsystemen oder einer begrenzten Integration der öffentlichen Verkehrssysteme zusammenhängen. Das Projekt smartENT begegnet diesen Herausforderungen durch die Entwicklung gemeinsamer Lösungen und die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Partnern aus Polen, Sachsen und Tschechien.

Internationaler Workshop

An der Informationsveranstaltung in Form eines Workshops nahmen Vertreterinnen und Vertreter der staatlichen und kommunalen Verwaltung, der für die Umsetzung europäischer Programme zuständigen Institutionen, der Europäischen Kommission sowie der Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs teil. Darüber hinaus wirkten Experten und Partner der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aus Polen, Deutschland und Tschechien mit. Das Programm der Veranstaltung umfasste den gestrigen Konferenzteil und die Fachexkursion durch das Dreiländereck das Programm umfasste einen Konferenzteil sowie eine Fachexkursion durch das Dreiländereck – die Region, in der das EURO-NEISSE-Ticket+ gilt.

Am ersten Veranstaltungstag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die bisherigen Projektergebnisse vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und über die Zukunft einer integrierten Mobilität in der Euroregion Neisse zu diskutieren. Besonderes Augenmerk wurde auf die Weiterentwicklung des EURO-NEISSE-Tickets+ (ENT+) gelegt. Seit 2004 erleichtert dieses Ticketangebot Einwohnern und Touristen das Unterwegssein mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Dreiländereck Polen, Deutschland und Tschechien.

Konkret wurden folgende Themen diskutiert:

  • die politischen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die für die weitere Entwicklung des EURO-NEISSE-Tickets+ und grenzüberschreitender Verkehrsangebote erforderlich sind;
  • die Möglichkeiten, europäische Fördermittel für die Einführung integrierter Mobilitätslösungen zu nutzen;
  • die Perspektiven für die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit und die Finanzierung von Verkehrsprojekten in der nächsten Förderperiode der Europäischen Union.

„Internationale Workshops des strategischen Projekts smartENT in Görlitz festigen die Zusammenarbeit zwischen Polen, Deutschland und Tschechien bei der Bewältigung langfristiger Herausforderungen der grenzüberschreitenden Mobilität. Hier entstehen – dank der europäischen Förderung und des engagierten Zusammenwirkens der Projektpartner – Lösungen und Impulse, die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Europa stärken und zur Resilienz der lokalen Gemeinschaften beitragen. Gemeinsam schaffen wir für die Menschen in der Region Zugang zu modernen Dienstleistungen und Perspektiven für eine sichere Zukunft.“ – sagte Joanna Sterzyńska-Lindberg, Direktorin der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Polen (Wrocław)

Auch Tomasz Kołodziejczak, Vertreter der Verwaltungsbehörde des Programms im polnischen Ministerium für Fonds und Regionalpolitik, äußerte sich dazu:

„In ihrer nächsten Sitzung wird die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Programms Polen – Sachsen 2028–2034 mögliche Schwerpunktthemen für das künftige Programm auswählen. Wir gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit im Verkehrsbereich, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr, dabei eine wichtige Rolle spielen wird. Sowohl die Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer als auch die von uns hinzugezogenen Expertinnen und Experten sehen einen deutlichen Verbesserungsbedarf beim grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr. Fehlende lokale und regionale Verbindungen schränken die Mobilität erheblich ein und zwingen viele Menschen dazu, auf das eigene Auto zurückzugreifen. Häufigere Verbindungen, eine höhere Qualität des Angebots und eine bessere Abstimmung über die Grenze hinweg würden die Erreichbarkeit verbessern und zugleich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration stärken. Gleichzeitig könnte damit ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten gefördert werden.“

Fachexkursion durch das Dreiländereck

Am zweiten Veranstaltungstag studierten die Teilnehmer eingehend die Bedingungen vor Ort, indem sie gemeinsam an der Fachexkursion durch das Dreiländereck teilnahmen. Die Fahrt mit Bus und Bahn, mit Start in Görlitz, verlief in Teilen entlang der Strecke des grenzüberschreitenden Dreiländerbusses 691*.

Die Teilnehmer passierten unter anderem Świeradów Zdrój, Frýdlant, Oybin, Zittau und Zgorzelec. Unterwegs wurden sie, auch mithilfe einer mehrsprachigen Übersetzung, über örtliche Besonderheiten wie beispielsweise Streckenführungen, Haltestellen und Bahnhöfe informiert.

* der Dreiländerbus verbindet seit Januar 2026 Menschen im Dreiländereck. Die 691 fährt am Samstag und Sonntag von Hrádek nad Nisou über Zittau, Bogatynia und Frýdlant nach Świeradów-Zdrój. EURO-NEISSE-Tickets+ gelten, beim Ticketkauf ist die Zahlung in CZK, PLN und EUR möglich

Erkundigen Sie sich nach dem Angebot der Dreiländerfahrten im Rahmen des Euro-Neisse-Tickets+:
https://www.zvon.de/de/grenzueberschreitende-fahrten/euro-neisse-ticket

Euro-Neisse-Ticket+

Das Projekt „smartENT“

Das Projekt smartENT wird seit dem 1. Januar 2025 von der VON GmbH, Tochter des ehemaligen Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON, Rechtsnachfolger Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen ZVVO), in Zusammenarbeit mit den Koleje Dolnośląskie S.A. sowie dem Instytut Rozwoju Terytorialnego umgesetzt.

Mit Beschluss des Begleitausschusses des Kooperationsprogramms Interreg Polen–Sachsen 2021–2027 erhielt das Vorhaben den Status eines strategischen Projekts. Strategische Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine positive und langfristige Wirkung auf das gesamte oder einen überwiegenden Teil des gemeinsamen Fördergebiets entfalten und Lösungsansätze für aktuelle, relevante Probleme und Herausforderungen entwickeln bzw. wichtige Grundlagen für entsprechende Lösungen schaffen.

Sein Hauptziel ist die Entwicklung integrierter Angebote des öffentlichen Verkehrs sowie die Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität im Grenzraum zwischen Polen, Deutschland und Tschechien. Das Projekt ist eine Fortsetzung des erfolgreich abgeschlossenen Projekts ENT future 2020, das im deutsch-tschechischen Grenzraum umgesetzt wurde. Es entwickelt das seit mehr als zwanzig Jahren bestehende System EURO-NEISSE-Ticket+ weiter. Das Vorhaben wird im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg Polen–Sachsen 2021–2027 von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Weiterführende Informationen unter:
www.zvon.de/smartent
www.zvon.de/grenzueberschreitende-fahrten